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"Verliebt in die deutsche Sprache - Die Odyssee des Edgar Hilsenrath"

Wanderausstellung des
Edgar-Hilsenrath-Archivs
der Akademie der Künste
Berlin

15. Mai bis 14. Juli 2006
HS Fulda Transfer
Fulda

1. bis 28. August 2006
Gerhart-Hauptmann-Haus
Düsseldorf






Ausstellung vom 15. Mai bis 14. Juli 2006

Verliebt in die deutsche Sprache - Die Odyssee des
Edgar Hilsenrath


Eine Ausstellung über Edgar Hilsenrath aus dem Archiv der Akademie der Künste, Berlin

Die von der Akademie der Künste, Berlin, konzipierte und dort vom 15. November 2005 bis 15. Januar 2006 gezeigte Ausstellung war vom 15. Mai bis zum 14. Juli 2006 an der Hochschule Fulda im HS Fulda Transfer zu sehen. Zur Eröffnung am 17. Mai 2006 sprachen Prof. Dr. Roland Schopf, Präsident der Hochschule Fulda, Dr. Wolfgang Hamberger, ehemaliger Oberbürgermeister der Stadt Fulda, Linde Weiland, Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Fulda.

"Ich habe mich in sie verliebt, als ich neun war, damals in Polen. Ich wurde von ihr getrennt, aber ich bin ihr treu geblieben, ein Leben lang." In dem Roman "Berlin ... Endstation", der in diesem Frühjahr im Berliner Dittrich-Verlag erscheint, läßt der 1926 geborene Schriftsteller Edgar Hilsenrath sein Alter ego Joseph Leschinsky von einer Geliebten schwärmen, der deutschen Sprache, zu der er nach den Irrfahrten des Lebens zurückkehren würde.

Edgar Hilsenrath, Siret, 1938

Hilsenrath, Sohn einer jüdischen Kaufmannsfamilie, hat selbst eine Odyssee hinter sich. Emigriert nach Rumänien, deportiert in ein Ghetto in der Ukraine, überlebte er den Holocaust, wanderte nach Palästina aus, ging 1951 in die USA, bis er Ende 1975 nach Berlin kam. Die deutsche Sprache hatte er wie einen Schatz gehütet. Seine ersten Bücher, der Roman "Nacht" und die bitterböse Satire "Der Nazi & der Friseur", wurden gleichwohl zunächst auf englisch erfolgreich. Zu viele Tabus verzögerten die Aufnahme in Deutschland. Inzwischen ist Edgar Hilsenrath ein anerkannter und vielfach preisgekrönter Autor, so erhielt er etwa den Lion Feuchtwanger Preis 2004. Für seinen Armenienroman "Das Märchen vom letzten Gedanken" wurde Hilsenrath der Preis des Präsidenten der Republik Armenien zuerkannt, der ihm mit einer Ehrenprofessur der Universität Eriwan in diesen Tagen verliehen wird. Sein literarisches Archiv befindet sich in der Berliner Akademie der Künste.

Jakov Lind, seine Freundin Ida und Edgar Hilsenrath (von links), Tel Aviv 1947

Aus dem ca. 50.000 Blatt umfassenden Edgar-Hilsenrath-Archiv haben Helmut Braun und Mitarbeiter des Literaturarchivs der Akademie, Manuskripte, Briefe, Fotos und Rezensionen ausgewählt. Darunter sind viele bisher unbekannte und unveröffentlichte Materialien, zum Beispiel frühe autobiographische Aufzeichnungen aus dem Ghetto, in Palästina 1945 geschriebene Texte, die schon thematische Bezüge zu seinem ersten, umstrittenen, Roman "Nacht" (1964) aufweisen, eine Fassung des wohl berühmtesten Hilsenrath-Buches "Der Nazi & der Friseur" in Briefform. Gezeigt werden zahlreiche Fotos - von Familienbildern aus der Bukowina über Aufnahmen aus Palästina und Frankreich, Schnappschüssen von der Überfahrt nach Amerika auf demselben Schiff wie Rita Hayworth bis zu Fotoserien des in Deutschland etablierten Autors. Briefe von Max Brod und Jakov Lind geben Einblicke in die Phase der Selbstfindung des jungen Hilsenrath. Dokumente zur Verlagspolitik und Pressestimmen beleuchten die kontroverse Rezeption des Autors in Deutschland.

Edgar Hilsenrath

Die Wanderausstellung, die im neuen Akademiegebäude der Akademie der Künste am Pariser Platz in Berlin im November 2005 begonnen hat und vom 15. Mai bis zum 30 Juni 2006 in Fulda zu sehen ist, würdigt einen großen Schriftsteller, der den Katastrophen des letzten Jahrhunderts literarische Gestalt gegeben hat.

Ausstellung: "Verliebt in die deutsche Sprache. Die Odyssee des Edgar Hilsenrath"

Edgar Hilsenrath
© 2006 ADK, Berlin   

»Du hast geschrieben. Das stimmt. Aber du hast in deiner Sprache
   geschrieben. Nicht in ihrer Sprache.«
»Deine Sprache ist Deutsch.«
»Deutsch.«
»Deutsch.«
»Die verdammte Sprache.«
»Die verdammte Sprache.«
»Die du liebst.«
»Die ich liebe.«
»Weil sie deine Sprache ist.«
»Weil sie meine Sprache ist.«
»Die du immer geliebt hast. Auch damals.«
»Auch damals.«
»Damals, als die Synagogen brannten.«
»Damals, als die Synagogen brannten.«
»Die du geliebt hast. Auch im Land der Massenerschießungen.«
»Im Land der Massenerschießungen.«
»Als dein Blick in die Ferne schweifte, dorthin, wo die Öfen von Auschwitz rauchten.«
»Auch damals.«
»Auch damals.«

Edgar Hilsenrath, »Das Gesicht des Fremden trägt meine Züge. [-]«, in: Literatur des Exils, Hg. Bernt Engelmann, München 1981, S. 75.

Die alte Reiseschreibmaschine als treuer Begleiter

Die Bücher von Edgar Hilsenrath erscheinen im
Dittrich Verlag | Bibliografie und Werkausgabe von Edgar Hilsenrath

 

Titelbild: Verliebt in die deutsche Sprache - Die Odyssee des Edgar Hilsenrath


Zur Ausstellung ist ein Begleitbuch erschienen:

"Verliebt in die deutsche Sprache. Die Odyssee des Edgar Hilsenrath"

ISBN 3-937717-17-X, ca. 120 Seiten, gebunden, Köln 2005
Herausgegeben von Helmut Braun
in Verbindung mit der Akademie der Künste Berlin

Mit Texten von Edgar Hilsenrath
und wissenschaftlichen Beiträgen von
Jens Birkmeyer, Helmut Braun, Martin A. Hainz, Bettina Hey'l,
Hans Otto Horch, Christina Möller und Klaus Werner.
Mit Fotos und Faksimiles.